Am Fenstertag des 5. Juni unternahm die Klasse 3MINT eine spannende Exkursion zum Wiener Stephansdom, bei der wir den beeindruckenden Kirchenraum und seine Geschichte näher kennenlernten. Trotz des leichten Regenfalls wurde der Ausflug zu einem rundum gelungenen Erlebnis.

Im Inneren des Doms erkundeten wir zunächst die Kanzel mit ihrer Verspieltheit an Kriechtieren und Symbolik von Drei- und Vierpass. Da die Gottesdienste damals in Latein abgehalten wurden und für viele Menschen unverständlich waren, gewann die sogenannte „Biblia pauperum“ – die „Bibel der Armen“ – große Bedeutung. Durch zahlreiche Bilder und farbenprächtige Darstellungen konnten auch jene, die nicht lesen konnten oder kein Latein verstanden, die biblischen Inhalte nachvollziehen.

Ein besonderes Highlight war der Wiener Neustädter Flügelaltar, dessen kunstvolle Gestaltung uns beeindruckte. Generell wurde uns die Lebendigkeit der Heiligen Messe im Mittelalter nähergebracht. So erfuhren wir beispielsweise, dass zu Pfingsten der Heilige Geist oft durch fallende Blütenblätter oder sogar brennende Blätter symbolisch dargestellt wurde – eine eindrucksvolle Inszenierung für die Gläubigen.

Natürlich besichtigten wir auch den Hauptaltar, denn der Dom ist dem Heiligen Stephanus geweiht. Spannend war außerdem die Geschichte des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg: Verschiedene Bundesländer leisteten Beiträge – so wurde etwa der Boden vom Bundesland Niederösterreich finanziert.

Weitere Stationen unserer Erkundung waren das pompöse Marmorgrabmal Kaiser Friedrich III.,  die Dienstbotenmadonna, das kunstvolle Rippengewölbe sowie die mächtigen Säulen mit den Heiligenfiguren, die den gotischen Stil eindrucksvoll zur Geltung bringen. In den Katakomben unter dem Dom sahen wir die bischöflichen und fürstlichen Grabstätten, jahrhundertealte Urnen sowie den Friedhof mit all seinen Gebeinen unterhalb des Stephansplatzes.

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Auch außerhalb des Gebäudes warteten interessante Aufgaben auf uns: Bei einer Rätsel-Challenge rund um den Dom beschäftigten wir uns mit der gotischen Architektur, die den Blick symbolisch „dem Himmel entgegen“ richtet. Wir gestalteten eine Foto-Collage mit Wasserspeiern und pantomimisch dargestellten Ungeheuern, führten kurze Interviews mit Passantinnen und Passanten – sogar die 10-Cent-Münze mit dem Stephansdom wurde entdeckt und abgepaust!

Die Exkursion half uns, uns sowohl im Inneren als auch rund um den Dom besser zu orientieren, Räume wahrzunehmen und die Bedeutung des gotischen Doms als Bauwerk für Gott und die Menschen zu verstehen.